Was versteht man unter einer Rezession?

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Die Definition einer Rezession ist schnell erklärt, sie aber wirklich zu verstehen, ist etwas komplizierter. In diesem Artikel befassen wir uns damit, was genau eine Rezession ist und erklären einige Schlüsselbegriffe, die Ihnen dabei helfen, Rezession zu verstehen. Anschließend werden wir uns damit befassen, welche Faktoren eine Rezession verursachen und wie Sie sich persönlich auf eine solche vorbereiten können.

Was ist eine Rezession?

Rezession bedeutet so viel wie “Rückgang” und beschreibt einen Wirtschaftsabschwung. Ein Wirtschaftsabschwung wird im Allgemeinen als eine Situation definiert, in der das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen sinkt.

In einer Rezession schrumpft also die Wirtschaft, d. h. die Wirtschaftsleistung sinkt, die Arbeitslosigkeit steigt und der Konsum geht zurück. Mit anderen Worten: Die Rezession wirkt sich negativ auf das BIP, die Beschäftigungsquoten und die Unternehmensgewinne aus.

Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet dies, dass die Beschäftigungsaussichten sinken. So könnte es passieren, dass sie aus produktionswirtschaftlichen Gründen entlassen werden. Anschließend gestaltet sich die Suche nach einem neuen Arbeitsplatz schwieriger als in der Hochkonjunktur.

Allerdings sind nicht alle gleichermaßen von der Rezession betroffen. Je nachdem, welchen Sektor die Rezession betrifft, unterscheiden sich die Folgen. Einige Unternehmen können in einem Wirtschaftsabschwung gut abschneiden, während andere in Konkurs gehen.

Was bedeutet eine Rezession für Österreich?

Die Begriffe Rezession und Depression sind austauschbar. Rezession ist der umgangssprachliche Begriff für einen länger anhaltenden Wirtschaftsabschwung. Viele Menschen machen sich unter anderem aufgrund der steigenden Energiepreise jetzt Sorgen, wann die nächste Rezession kommt. Experten sind sich einig, – der österreichischen Wirtschaft droht tatsächlich eine Rezession. Wie schlimm diese allerdings ausfällt, steht noch offen. Zum einen besteht die Möglichkeit, der Rezession noch zu entkommen, etwa durch einen Waffenstillstand zwischen Russland und der Ukraine. Die Zukunft ist jedoch nicht vorhersehbar, wodurch viele Menschen der drohenden Rezession ängstlich entgegenblicken.

Beherrschen Sie diese Begriffe, um Rezession besser zu verstehen

Inflation bezieht sich auf den prozentualen Anstieg der Verbraucherpreise während des Bezugszeitraums. Dabei wird in der Regel das Preisniveau im aktuellen Monat mit dem Preisniveau vom selben Monat vor einem Jahr verglichen. In der Marktwirtschaft ändern sich die Preise ständig. Einige Waren und Dienstleistungen werden teurer, andere werden billiger. Bei der Berechnung der Inflationsrate fallen höherpreisige Produkte stärker ins Gewicht. Daher haben die Sprit- und Strompreise einen größeren Einfluss auf die Inflation als beispielsweise der Zuckerpreis.   

Kaufkraft ist ein wirtschaftlicher Begriff, der die Fähigkeit einer Person misst, mit dem ihr zur Verfügung stehenden Vermögen Waren und Dienstleistungen zu kaufen. Während der Inflation sinkt die Kaufkraft tendenziell, weil die Rohstoffpreise steigen, die Löhne aber nicht entsprechend mitwachsen. Auf Regierungsebene wird die Kaufkraft unter anderem als Indikator für die Planung der Steuer-, Sozial- und Regionalpolitik verwendet. 

Brutto bezieht sich auf den Betrag oder Wert vor Abzügen, während Netto sich auf den Betrag oder Wert nach Abzügen bezieht.

Die Beschäftigungsquote bezieht sich auf den Prozentsatz der Personen im Alter von 16 bis 64 Jahren, die einer bezahlten Beschäftigung nachgehen. Die österreichische Beschäftigungsquote liegt derzeit bei etwa 74%.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist ein Maß für die Wirtschaft. Es funktioniert als gutes Maß für das Ausmaß der Wirtschaftstätigkeit eines Landes und für die Veränderungen, die dabei auftreten. Das BIP misst die Größe der Wirtschaft. Es umfasst alle Waren und Dienstleistungen mit einem klaren Preis, die für den Endverbrauch in der Wirtschaft produziert werden - sowie die vom Staat erbrachten Dienstleistungen wie Verteidigung, Gesundheit und Bildung. Da sich die Einwohnerzahl von Land zu Land stark unterscheidet, wird das BIP häufig pro Kopf angegeben, damit es zwischen den Ländern vergleichbar ist. Er ist daher ein Schlüsselbegriff im Gesellschaftlichen und Wirtschaftlichen und wird zur Beschreibung der Entwicklung des Wohlstands im Allgemeinen verwendet.   

Der Bärenmarkt ist das Gegenteil des Bullenmarktes und der Albtraum vieler Anleger. Während eines Bärenmarktes fallen die Aktienkurse wie die Krallen eines Bären, die beim Angriff von oben nach unten rasen. Historisch gesehen sind Bärenmärkte recht selten und dauern im Durchschnitt etwa ein Jahr. 

Anzeichen einer Rezession

Es gab schon viele Auslöser von Rezessionen, und jede Einzelne war die Summe verschiedener Faktoren. Es ist daher unmöglich, genau zu sagen, was die Anzeichen einer Rezession sind. Es gibt jedoch einige Indikatoren, die auf das Risiko einer Rezession hindeuten. Eines der deutlichsten Anzeichen ist die Beschleunigung der Inflation und damit ein Rückgang der Kaufkraft, der sich unmittelbar auf das BIP-Wachstum auswirkt. 

Die Inflationsrate in Österreich liegt derzeit bei etwa 10,5% und hat damit den höchsten Wert seit 70 Jahren erreicht. Der Index zur Messung der Verbraucherpreisinflation in der Eurozone wurde harmonisiert, um die Vergleichbarkeit zwischen den Ländern zu gewährleisten. Die aktuelle Inflationsrate in der Eurozone liegt bei 8,9 %, wobei die höchste Inflation in den baltischen Ländern zu verzeichnen ist, wo sie über 20 % beträgt. Die Zentralbanken haben die Aufgabe, die Inflation unter Kontrolle zu halten, d. h. eine maximale Wachstumsrate von 2 % zu erreichen. Damit liegen wir aktuell deutlich über dem Ziel.

 

Der Anstieg der Verbraucherpreise wird vor allem durch die Energiekrise infolge des Konflikts in der Ukraine verursacht. Die Energiepreise sind rapide gestiegen und die Verfügbarkeit von Energie wird immer schwieriger. Viele Regierungen versuchen, Unterstützungspakete für Energieunternehmen zu schnüren, um den Preisanstieg zu bremsen. Darüber hinaus investieren die Länder zunehmend in die autarke Energieversorgung, um den Zugang zu sichern, und die EU hat sich vollständig von russischer Energie getrennt.

Die steigende Inflation bremst das Wachstum der österreichischen Wirtschaft. Das IWF prognostiziert, dass österreichische BIP im Jahr 2022 trotz der drohenden Rezession um 4,7% wachsen wird. Die wirtschaftlichen Aussichten werden durch die Zinsbeschränkungen und den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, der in diesem Jahr begann, überschattet. Selbst wenn der Krieg zu Ende geht, wird das Wirtschaftswachstum in den nächsten Jahren voraussichtlich gering bleiben.

Auch die Unternehmen werden unter der Inflation leiden. Ihre Investitionsfähigkeit und -bereitschaft wirkt sich unmittelbar auf die Unternehmensgewinne und Aktienkurse aus. Der letzte Bärenmarkt an der New Yorker Börse dauerte mehr als 6 Monate zwischen Oktober 2007 und März 2009, als der Börsenindex um insgesamt 58% fiel. Der aktuelle Bärenmarkt, der im Januar 2022 begann, ist noch nicht zu Ende. Die Erholung von einem Bärenmarkt dauert in der Regel länger als der Abschwung selbst. Die Anleger müssen also sehr geduldig sein, wenn sie auf steigende Aktienkurse warten.

Können wir uns auf eine Rezession vorbereiten?

Eine Rezession ist die Summe vieler Zufälle und hat die Tendenz, sich selbst zu verstärken. Wirtschaftliche Unsicherheit führt dazu, dass die Menschen mehr sparen und weniger ausgeben. Wenn wir weniger ausgeben, wächst unsere Wirtschaft auch langsamer und das Risiko einer Rezession steigt. Die Inflation trägt stark zur Rezession bei und ist schwieriger zu kontrollieren. Die Beschleunigung der Inflation wird dazu von Ereignissen in der Welt beeinflusst, wie dem derzeitigen Konflikt in der Ukraine und den dadurch verschärften Rohstoff- und Energiekrisen. 

Der beste Weg, sich auf eine Rezession vorzubereiten, ist es daher, sich selbst zu schützen. Am besten sparen Sie genügend Geld, um Ihre Ausgaben für einige Monate zu decken. Auf diese Weise können Sie auch bei Arbeitslosigkeit Ihre Rechnungen bezahlen. In diesem Artikel finden Sie Tipps zum Sparen und zur Erstellung Ihres eigenen Budgets. Sie können auch Ihr eigenes Einkommen sichern, indem Sie zum Beispiel einer Gewerkschaft beitreten oder eine Arbeitslosenversicherung abschließen. Wenn Sie entlassen werden, verschaffen Ihnen diese Mitgliedschaften ein besseres Einkommen als die staatliche Arbeitslosenunterstützung, während Sie nach einer neuen Stelle suchen.

Der inflationsbedingte Anstieg der Lebensmittelpreise hat direkte Auswirkungen auf die Ausgaben der einzelnen Haushalte. Wenn die Inflation hart zuschlägt, ist es eine gute Idee, die eigenen Ausgabengewohnheiten zu überprüfen und notwendige Änderungen vorzunehmen, um sicherzustellen, dass man über genügend Geld zum Leben verfügt. Wäre es für Sie möglich, Ihren Stromverbrauch zu senken oder beispielsweise unter der Woche weniger Kaffee zu konsumieren? Könnte es möglich sein, die Lebensmittelverschwendung in Ihrem Haushalt zu reduzieren, indem Sie Ihre Produkte systematisch aufbrauchen?

Schon kleine Veränderungen können Ihre monatlichen Ausgaben um mehrere Euro entlasten.

Sie können sich also mit einer vernünftigen Haushaltsführung auf eine Rezession vorbereiten, lange bevor das Risiko einer Rezession überhaupt erwähnt wird. Wenn Sie den Anschluss verpasst haben oder kurz zuvor Ihre Ersparnisse aufbrauchen mussten, kann es Ihnen helfen, Ihre Ausgabengewohnheiten zu überdenken und unnötige Anschaffungen zu reduzieren, um das Schlimmste zu überstehen. Aus wirtschaftlicher Sicht ist es ratsam, in einer Rezession nicht mit den Ausgaben zu zögern. Dies wird dazu beitragen, dass sich die Räder der Wirtschaft weiterdrehen und die Rezession so schnell wie möglich überwunden wird.

Autor:
General Manager
Emil Kjær
General Manager

Emil nutzt sein Fachwissen, um im Finanzsektor etwas zu bewirken. Der Absolvent der Süddänischen Universität (SDU) ist seit 2013 Geschäftsführer bei Intelligent Banker und hilft mehr als 500 000 Nutzern aus aller Welt bei ihren finanziellen Bedürfnissen.

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